Lebensmittelkennzeichnung darf Verbraucher nicht täuschen

In ihrer Rede im Europäischen Parlament in Straßburg appellierte die Europaabgeordnete aus der Region Trier Christa Klaß an die Mitglieder des Parlaments, den Verbraucher nicht mit einer Flut an Informationen zu verwirren. Es gäbe keinen Mangel an Informationen, sondern eher zu viele. Das Europäische Parlament habe jetzt die Chance für klare, übersichtliche, kurze und zutreffende Informationen zu sorgen.

 

“Ein Lebensmitteletikett kann kein Lehrbuch für gesunde Ernährung sein”, so Klaß. Dieses Wissen müsse anderweitig, durch Familie, Schule und Gesellschaft übermittelt werden. Nährwertprofile oder eine Ampel verwirrten den Verbraucher nur. “Wenn natürlicher Apfelsaft wegen seines Zuckergehalts eine rote Ampel bekommt und eine künstlich, ohne Zucker hergestellte Coca Cola light eine grüne Ampel, dann kann dieses System nicht den Kern treffen!”, so die Europaabgeordnete. Es sei sinnlos viele detaillierte Informationen über Kalorien, Kohlenhydrate, Eiweiß und Fette zu fordern und diese letztendlich wieder auf ein Ampelsystem zu reduzieren.

 

Ganz klar müsse gegen eine Verbrauchertäuschung vorgegangen werden. “Ein Käseersatz muss eindeutig als solcher erkennbar und benannt sein. Und ein aus Lebensmittelzusatzstoffen zusammengefügtes Stück Fleisch darf nicht als Schinken über die Ladentheke gehen”, so die Europaabgeordnete.

 

Einer verpflichtenden Herkunftsangabe erteilte die Abgeordnete der Region Trier eine klare Absage. “Das kann heute nicht mehr durchgesetzt werden. Unsere Molkerei in der Eifel sammelt die Milch in Deutschland, Belgien und Luxemburg.” Wenn überhaupt, könne nur eine Kennzeichnung auf europäischer Ebene sinnvoll sein.