Die Frauen Union will die Integrationsnetze stärken
“Integration als Chance für unsere Gesellschaft” war das Thema der offenen Bezirksvorstandsitzung, zu der die Frauen Union unter Vorsitz der Europaabgeordneten Christa Klaß am Montag, den 24. November in den Lindenhof geladen hatte.
Rund 18 Prozent der Bevölkerung in Deutschland haben einen Migrationshintergrund und schon heute stammt jedes dritte Kind unter sechs Jahren aus einer Zuwandererfamilie oder einer binationalen Ehe. “Obwohl die Region Trier mit 10,8 Prozent unter dem Bundesdurchschnitt liegt, muss auch hier die Integration vor allem in den Kindergärten und Grundschulen stärker gefördert werden, um die Abhängigkeit von Bildungserfolg und sozialer Herkunft zu unterbrechen. Bildung und Integration sind zwei Seiten derselben Medaille” betonte Landrätin Beate Läsch-Weber in ihrem Vortrag. Kinder, die in der frühen Phase ihres Lebens den Anschuss verpassten, holten diesen nur schwer wieder auf. Deswegen müssten auch Kindertagesstätten und Schulen besser auf diese Arbeit vorbereitet werden forderten die Frauen. Ein wesentlicher Teil der praktischen Integrationsbereitschaft müsse auf lokaler Ebene geleistet werden. So werden im Landkreis Bernkastel-Wittlich Multiplikatoren aus den Reihen der Migranten gesucht, um Bildung zu vermitteln. Auch Kontakte mit der Wirtschaft seien wichtig, um über Arbeit Anerkennung und Zufriedenheit zu vermitteln.
In der angeregten Diskussion wurde deutlich, dass ein wichtiger Schlüssel einer gelungen Integration in der Förderung der Frauen und Mütter läge, denn sie schafften die Voraussetzung für Spracherwerb und Bildung ihrer Kinder und förderten die sozialen Kontakte. Eine Aufgabe der Frauen Union Trier sei daher, Netzwerke mit Frauen aus Zuwanderfamilien in den kommunalen Gemeinschaften zu knüpfen, um so Wissen zu vermitteln, Sprachkompetenz zu fördern und zur Teilnahme an Weiterbildungsmaßnahmen und Integrationskursen zu motivieren. “Integration klappt nur, wenn alle aufeinander zugehen. Die Frauen Union möchte Ihren Teil dazu beitragen, auch dadurch, dass Integration in Gemeinde- und Stadträten zum politischen Thema gemacht wird und hier mehr Aktivität eingefordert wird” betonte Christa Klaß abschließend.